Neujahrs-marathon 2019

Nach weiteren harten Trainingswochen stand am 01. Januar 2019 der zweite Traditionelle «Trainings-Wettkampf» an. Dieses Mal ging es am Neujahrsmarathon an Neujahr (00:00) über die 1/4-Marathon Distanz (10.55 Kilometer). Auch an diesem Rennen starte ich seit vielen Jahren regelmässig. Speziell an diesem Wettkampf ist zum einen, dass der Start um Mitternacht ich und die Strecke auf Naturwegen der Limmat entlangführt. Diese ist auch nicht beleuchtet, sodass meistens mit einer Stirnlampe gelaufen wird. Dadurch läuft man mit einem ganz anderen Gefühl als im Hellen und auf Asphalt. Zum anderen ist dies der erste Wettkampf weltweit. Da die Strecke offiziell Vermessen und vom AIMS (Association of International Marathons and Distance Races) anerkannt ist, werden hier auch die ersten Jahresweltbestzeiten über 10 Kilometer, den Halbmarathon und den Marathon aufgestellt.
Auch vor diesem Lauf ging ich am Morgen zuerst noch, wie vor dem Silvesterlauf in Zürich, 90 Minuten Laufen und anschliessend 30 Minuten auf das Velo. Mit etwas vorbelasteten Beinen stand ich dann am Montagabend an der Startlinie.
Um Punkt Mitternacht wurde das Rennen gestartet, und wir rannten aus der Turnhalle heraus. Dort warteten auch bereits die Spitzenvelofahrer auf uns. Diese hatten wohl nicht damit gerechnet, dass wir so schnell aus der Halle kommen, sodass einer der beiden Velofahrer zu wenig schnell beschleunigen konnte und von uns überholt wurde. Während der Schwarze Himmel immer wieder durch Feuerwerkskörper erhellt wurde, konnte ich mich schnell an die Spitze des Feldes setzten. Durch die Streckenführung und die relativ schmalen Wege, wurde das Feld ziemlich schnell in die Länge gezogen. Nach etwas mehr als einem Kilometer befanden sich dann plötzlich eine Menge von Leuten auf dem knapp 1.5 Meter breiten Weg. Diese konnten dann zum Glück auf die Seite gehen. Jedoch hatte jemand am Wegrand noch eine Rakete angezündet. Als ich auf Höhe der Rakete war, startet diese rund einen halben Meter neben mir. Nach diesem Ereignis konnte ich mich wohl durch den Adrenalinschub etwas von den anderen Läufern entfernen.
Beim Wendepunkt, das heisst beim ersten Überqueren der Limmat sah ich, dass mein Vorsprung nicht wirklich sehr gross ist. Zu Beginn des Rückwegs führte die Strecke auf einem leicht coupierten Weg direkt neben der Limmat entlang. Aufgrund des Regens am Morgen war der Boden sehr rutschig und man konnte im Lichtkegel der Stirnlampe nicht jede Unebenheit auf dem Boden erkennen. Zwar wurden vom Veranstalter die Grössten Wurzeln und Kanaldeckel mit Farbe am Boden gekennzeichnet, allerdings rutschte man immer wieder etwas weg. Sogar beim vor mir fahrenden Spitzenvelo sah und hörte ich immer wieder das durchdrehende Hinterrad.
Nach diesem Streckenteil überholte mich mein erste Verfolger, es war Nikki Johnstone der später den Marathon mit einem neuen Streckenrekord gewann. Ich erkannte schwach auf seiner Startnummer, dass er auf der Marathondistanz unterwegs war und so nicht unbedingt ein direkter Konkurrent ist. Nun waren es noch gut 5 Kilometer bis ins Ziel und wir rannten Schulter an Schulter dem Spitzenvelo nach. Ich war froh, dass ich während dieser Zeit einen Konkurrenten an der Seite hatte, welchen mich dazu „zwang“ schnell zu Laufen.
Rund 2 Kilometer vor dem Ziel bemerkte ich, dass ich wieder etwas schneller wurde und mich von ihm absetzten konnte. Nun wollte ich das Rennen und auch die Zwischenwertung bei 10 Kilometer gewinnen. Aus diesem Grund erhöhte das Tempo noch einmal. Bei der zweiten Überquerung der Limmat, sah ich das der Vorsprung wieder etwas angewachsen ist. Als ich als erster über die Zeitmessmatte bei 10 Kilometer rannte, wusste ich, dass es nicht mehr weit bis ins Ziel ist.
Nach 35 Minuten und 27 Sekunden erreichte ich das Ziel, so schnell rannte ich diese Strecke noch nie. Im Ziel sah ich dann zum ersten Mal wie gross der Abstand auf meine Konkurrenten wirklich ist. Als erstes passierte Nikki Johnstone das Ziel. Nach etwas mehr als 2:30 Minuten kamen dann der zweit und dritt Platzierte des 1/4-Marathons ins Ziel.

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